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Becker, Karl:

Der Kampf um die Allgemeine Arbeiterunion.

Phönix-Verlag, Bremen., [1919/20].
15 S., 8°, OBrosch.

BER59468

Karl Albin Becker (1894-1942) trat mit 15 Jahren der sozialistischen Jugendorganisation und 1912 auch der SPD bei. Während des Weltkrieges gehörte er zu den führenden Köpfen der Bremer Linksradikalen. Deswegen 1917 verhaftet, kam er erst im Zuge der Novemberrevolution frei. Zunächst noch Delegierter der Internationalen Kommunisten Deutschlands auf dem Gründungsparteitag der KPD, wurde er 1919 lokal exponierter Funktionär der KPD und Mitglied des ?Bremer 21er Ausschusses?. Bei der Spaltung 1919/20 zunächst dem linken Flügel und Vertreter der hauptsächlich von den radikalisierten Bremer Werftarbeiteren getragenen ?Allgemeinen-Arbeiter-Union?, die sich jedoch - im Gegensatz zum allgemeinen Verselbstständigungsprozess des Arbeiterunionismus - unter dem Einfluß der KPD bereits 1920 in die etablierten Gewerkschaftsverbände integrierte. Die Abkehr von der linken Opposition in der KPD erfolgte im März 1920. Der VIII. Parteitag im Januar 1923 berief Becker in die Zentrale und ins Polbüro. In den Auseinandersetzungen nach 1923 gehörte er zu den Rechten um Heinrich Brandler, August Thalheimer und Jacob Walcher. Becker arbeitete in der Gewerkschaftsabteilung des ZK, war von 1927 bis Anfang 1928 Chefredakteur der KPD-Gewerkschaftszeitung ?Kampf?. Vom XI. Parteitag 1927 wieder als Mitglied ins ZK aufgenommen, wurde er 1928 zum KPD-Abgeordneten des Preußischen Landtags gewählt. Bei den innerparteilichen Auseinandersetzungen 1928 einer der Wortführer der Versöhnler und mit diesen aus allen wichtigen Funktionen verdrängt, 1929 kam er nicht mehr ins ZK. Danach war er in den Nebenorganisationen der KPD aktiv (Rote Hilfe, Kampfbund gegen den Faschismus). Nachdem Becker von 1931 bis 1933 als Berliner Landessekretär des Bundes der Freunde der Sowjetunion fungiert hatte, arbeitete er weiter in der Illegalität und emigrierte im Oktober 1934 zunächst nach Prag, dann nach Amsterdam. Später engagierte er sich für die KPD in Frankreich und übernahm 1937 beim Weltkomitee der Freunde der Sowjetunion in Paris eine führende Funktion. Am 18. Juni 1941 wurde Becker gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin seit 1932, Elsa Arnold, in Paris verhaftet und vom Vichy-Regime an Deutschland ausgeliefert. Am 4. September 1942 vom VGH zum Tode verurteilt und am 1. Dezember 1942 in Plötzensee hingerichtet. Diese Broschüre widmet Becker noch dem ?Kampf gegen die Freien Gewerkschaften?. Die Bremer Variante der AAU bildet insofern eine Sonderentwicklung, all sie sich von den erst etwas später überregional Gestalt annehmenden AAU durch ihren Zentralismus und ihre KPD-Anbindung unterschied. Becker wendet sich dementsprechend gegen das rätekommunistische Primat der Organisationsautonomie, denn: ?Die K.P.D. darf in der Allgemeinen Arbeiter-Union jedoch nicht aufgehen, denn sie hat noch andere Aufgaben zu lösen? (S. 15). Falz etwas berieben, kleine Flecken und Randläsuren, insgesamt jedoch guter Zustand. Selten!

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