Hais / Losowsky, A[lexander]:
Die Organisationsfrage auf dem 2. Kongreß der Roten Gewerkschaftsinternationale. Stenogramm der Reden der Genossen Losowsky und Hais (Tschechoslowakei). Anhang: Resolution.
Verlag der Roten Gewerkschafts-Internationale, Moskau., 1923.
61 S., 8°, Orig.-Karton.
WIE245
(= Bibliothek der Roten Gewerkschaftsinternationale, Band 18). Der Vorsitzende der RGI, Alexander Losowsky, beginnt sein Referat mit der Ausführung der Grundhaltung der RGI zum Verhältnis von Reform und Revolution in den gewerkschaftlichen Tageskämpfen und den diesbezüglichen Auffassungsunterschieden zum IGB. Losowsky geht in diesem Zusammenhang, wie die RGI insgesamt und auch die Kommunistische Internationale zu jener Zeit, von einer nach wie vor anhaltenden ´Linksentwicklung´ und ´zunehmenden Revolutionierung der Arbeitermassen´ (S. 4) aus, was sich in der größtmöglichen Einheit ausdrücken sollte. Die Reformisten seien es jedoch, die zur Spaltung streben und denen es in manchen Fällen gelungen sei, die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung zurückzudrängen, weshalb die Revolutionäre die ´Gewerkschaften stärken´, d.h. sich stärker in die Mitgliedschaft der IGB-Gewerkschaften vertiefen, müssten. Der Redner bringt dazu Beispiele zur Arbeit in der Gewerkschaftsbewegung verschiedener Länder (Deutschland, Frankreich, USA,...) und geht weiter auf unterschiedliche Ziele der Arbeiterbewegung ein. Hierbei äußert er sich auch zur Frage der Betriebsräte, wo er die Lage in Österreich als Beispiel herausgreift bei dem sich ´der Reformismus´ dieser Errungenschaft der ´proletarischen Bewegung bemächtigte.´ Zur internationalen Arbeit der RGI ist im Referat Losowskys besonders interessant, dass er zur Gründung der ´Internationalen Propagandakommissionen´ Stellung nimmt und eine Charakterisierung dieser wichtigen RGI-Einrichtung vornimmt. Der tschechische Delegierte Hais referiert mit anderen Schwerpunkten ebenso über die ´Offensive des Kapitals´, vor allem in Europa, sowie auch über die Mängel in der internationalen Gewerkschaftsbewegung, wobei er vor allem deren Zersplitterung als Erbe der Zunftverbände, als auch die mangelnde Solidarität der Gewerkschaften untereinander, als ´schlechtes Erbe der Amsterdamer Internationale´ (d.i. der IGB) nennt. Hais nimmt darüber hinaus ausführlich Stellung zum Ausschluss der ´revolutionären Arbeiter´ aus dem tschechischen Gewerkschaftsverband, der 1922 dazu führte, dass in der Tschechoslowakei der erste organisatorisch selbstständig konstituierte Gewerkschaftsverband der RGI außerhalb der Sowjetunion gegründet werden sollte - der Internationale Allgewerkschaftliche Verband (MVS). Tosstoroff dazu: ´In der Tschechoslowakei, wo die kommunistische Partei aus der Abspaltung von der Sozialdemokratie hervorgegangen war, war auch der sozialdemokratische Gewerkschaftsbund davon betroffen. Im Jahre 1922 wurden die zur RGI tendierenden Kräfte daraus ausgeschlossen und konstituierten sich im Oktober zum Internationalen Allgewerkschaftlichen Verband, der sofort seinen Beitritt zur RGI erklärte. In allen anderen Ländern, insbesondere in Deutschland mit der stärksten Arbeiterbewegung Europas, mußten sich die Anhänger der RGI darauf beschränken, sich als Minderheit in den zum IGB gehörenden Landeszentralen zu organisieren.´ (Tosstoroff, S.709). Im Anhang der Broschüre findet sich die ´Resolution des zweiten Kongresses der RGI zur Organisationsfrage.´ - Einbandrücken abgerissen, Exemplar am Kapital leicht eingerissen, kleine Fehlstelle an unterer Umschlagkante. Broschürenblock jedoch in gutem Zustand. - Goldbeck 78.
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