

Céline, Louis-Ferdinand:
Reise ans Ende der Nacht. Roman.
Julius Kittls Nachf., Leipzig u. M.-Ostrau., [1933.]
599 S., 8°, Orig.-Leinenbd.
BER91962
Deutsche Erstausgabe des berühmte ersten Romans des umstrittenen, von vielen wegen seiner ab 1937 veröffentlichten antisemitischen Hetzschriften und seiner Parteiname für den Nationalsozialismus seit Beginn der Besetzung Frankreich rigoros abgelehnten Autors. Auf Grundlage eines pessimistischen Menschenbildes bietet Louis-Ferdinand Céline (1894 ? 1961) hier eine radikale Zivilisationskritik, die nichts Positives mehr erkennen will und folglich keinen Ausweg kennt. Prägend war neben der Erfahrung der Verlogenheit der bürgerlichen Welt, insbesondere im kolonialen Afrika, die Verrohung durch die Erlebnisse im 1.Weltkrieg, der Verlust jeder Humanität. Schauplätze des Romans sind Frankreich seit Beginn des 1.Weltkrieges und dieser selbst, das koloniale Afrika und die USA im Zeitalter des Fordismus. Céline bediente sich dabei einer Kombination aus Umgangssprache, Argot und literarischer Hochsprache, die, immer wieder ironisch gebrochen, größte Intensität und hemmungslose Aggressivität vermittelt. - In Deutsche übersetzt von Isak Grünberg, der die Übersetzung zunächst im Auftrag des Piper-Verlags erstellt hatte. Nachdem die Nazis an der Macht waren nahm der Piper Verlag Abstand von der Veröffentlichung und verkaufte die Rechte an den Verlag Julius Kittls Nachfolger. Die dort 1933 erschienene Übersetzung wurde von Grünberg als so verstümmelt, missgestaltet und verfälscht bezeichnet, so dass er diese nicht mehr als die seine anerkannte. - Einband lichtrandig und fleckig, Schnitt staubspurig.
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