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2a Pecht, Friedrich:

Die Dritte Internationale Kunstausstellung (Münchener Jubiläums-Ausstellung) 1888. Illustrierte Berichte. Separat-Ausgabe der ´Kunst für Alle´.

Verlagsanstalt für Kunst und Wissenschaft, München., 1888.
1 Bl., VIII S., S. (259)-380 u. S. (1)-32. Mit 34 Tafeln u. zahlr. Abb. im Text., 4°, illustr. Orig.-Leinenbd. (Entwurf: Rudolf Seitz)

KNE41490

Sammelband von 10 Heften aus 2 Jahrgängen ( III. Jahrg. [von 60] Heft 17-24 [von 24], IV. Jahrg. Heft 1-2 [von 24]). - Warburg war begeistert von der Ausstellung in München und verbrachte knapp ein halbes Jahr in der Stadt. Er besuchte unregelmäßig Lehrveranstaltungen u.a. von Berthold Riehl, doch schrieb er am 08. 06. 1888 an seine Mutter: ´Durch die Gemäldeausstellung lernt man hier mehr als durch ein halbes Dutzend Professoren´ (zit. nach Gombrich, Eine intellektuelle Biografie, S. 81). In einem Brief an seinen Vater vom 02.07. zeigt sich Warburg beeindruckt von den Werken Fritz von Uhdes und Max Liebermanns. Es war der ´neuartige, kühne Realismus´, der Warburg gefiel, ebenso wie die Darstellungen von Armut und Krankheit, die mit dem Klischee der ´schönen´ Kunst brachen (ibid). Dazu schrieb er in einem weiteren Brief am 03. August spöttisch, dass ´leider die Kunst von den sogenannten Gebildeten nur wie eine schöne, blumige Wiese angesehen wird, worauf man sich des Abends lustig herumtummelt und schweigend den herrlichen Duft athmet [...]´ (Gombrich, S. 81f). - Der Herausgeber der ´Kunst für Alle´, Friedrich Pecht, hingegen zeigt sich der Ausstellung gegenüber kritisch. Er warnt davor, zu viele internationale Ausstellungen in Deutschland zu veranstalten, da die Deutschen schon von ihrem ´besonders stark vorhandenen Nachahmungstrieb´ (S. 259) geprägt seien und man ´gerade durch [internationale Ausstellungen] am meisten in die Gefahr einer kosmopolitischen d.h. vollkommen charakterlosen Kunst gerät´ (S. 261). Schließlich urteilt er jedoch zusammenfassend: ´Immerhin wird man [...] doch gestehen müssen, daß das Gebotene zwar alle unsere altererbten nationalen Fehler, aber auch einige neue Tugenden erkennen lasse und trotz alledem durchaus hoffnungsvoll aussehe.´ (S. 265) - Enthält einen Text von Pecht zu den diversen Abteilungen der Ausstellung, stets in Fortsetzung über die zehn Hefte hinweg. Außerdem mit den Texten ´Der Pariser Salon 1888´ und ´Karikatur-Ausstellung in Paris´ von Otto Brandes, ´Selfmademen. Genrebilder aus dem Künstlerleben´ von Julius Grosse, ´Wo die Sonne scheint. Ziellose Reiseberichte eines Malers´ von Reinhard von Seyditz, ´Die Berliner Kunstausstellung´ von Georg Voß und Aphorismen von Anselm Feuerbach und von J. J. Mohr. - Mit dem Vermerk ´Geschenk von M. Warnke, Juni 2019. M. Diers´ auf dem Vortitelbl. in Blei. - Mit vereinzelten Anzeichnungen in Blei- und Buntstift im Text. - Einband und Rücken stark berieben, Rücken mit Beschädigungen, hinteres Gelenk angeplatzt u. hinterer Vorsatz nicht fachk. repariert, erste Lage teils lose, Bll. schwach gebräunt. Ordentliches Exemplar. - Rennhofer S. 193

EUR 75,00

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