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Rohleder, Franz:

Die Pariser Kommune vor der Deputirtenkammer in Versailles. Generaldebatte über die Amnestieanträge und Rede Kalpail´s (Vater) vom 16. - 18. Mai 1876.

W. Bracke jr., Braunschweig., 1876.
53 S., 8°, OBrosch.

BER78465

Nach dem amtlichen Bericht ins Deutsche übertragen. Rohleder (1843-?) war während der Bismarckschen Sondergesetze gegen die organisierte Sozialdemokratie in der maßgeblich von Louis Viereck aufgebauten sozialdemokratischen Presselandschaft Münchens tätig. Er publizierte vornehmlich sozialpolitische Schriften, die eine programmatische Orientierung bieten sollten. Rohleder, Lehrer am Progymnasium zu Friedberg in der Neumark (Provinz Brandenburg,) erlangte im Zusammenhang der üblichen Repression aufgrund seiner antiklerikal motivierten Eidesverweigerung vor Gericht eine gewisse Berühmtheit, die über die Grenzen der sozialdemokratischen Parteipresse hinausreichte. Insofern war der ?Fall Rohleder? symptomatisch für die Verfolgung derer, die die vorgeschriebene Gott-bezogene Eidesformel ?So wahr mir Gott helfe? verweigerten. Die Folge war u. a., dass Rohleder aus dem Schuldienst entlassen wurde und sich der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) anschloss. Infolge öffentlicher Auftritte, bei denen Rohleder über seinen ?Fall? berichtete, entwickelte sich innerhalb des sozialdemokratischen und sozialliberalen Milieus eine Debatte um die Frage von ?Sozialismus und Religion?. Der ?Fall Rohleder? wurde von der SAP-Publizistik genutzt, um nicht nur gegen den konservativ-christlichen Staat des Wilhelminismus agitatorisch vorzugehen, sondern auch dazu, gegen die Unentschlossenheit und Wankelmütigkeit der freisinnig-liberalen politischen Kräfte das Wort zu erheben, die hinter vorgehaltener Hand zwar den christlichen Dogmatismus grundsätzlich infrage stellen, Rohleder allerdings nicht aktiv unterstützen würden. Ehemaliges Bibliotheksexemplar, mit großer Fehlstelle am Titelblatt, am Rücken beschädigt, Text in gutem Zustand.

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