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Leipart, Th[eodor]:

Die Kulturaufgaben der Gewerkschaften. - Vortrag in der Aula der Bundesschule in Bernau, am 14. Oktober 1932.

Verlagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB)., 1932.
22 S., 8°, OBrosch.

BER87264

Diese Broschüre enthält jene ´Grundsatzrede´ Leiparts, die laut Wikipedia (Stand 14.09.2022) von den Nazis als Distanzierung des ADGBs - unter Leiparts Führung - von ihrem traditionellen Bündnispartner der SPD verstanden worden sei, da ´die Gewerkschaften nicht länger geneigt´ seien, um ´Pateifesseln zu tragen´. - Allerdings ist das Zitat ungenau wiedergegeben, es heißt: ´Wir sind zu sehr auf das Ganze gerichtet, um Parteifesseln zu tragen.´ - Was genau Leipart den Hörern damit sagen wollte, sei dahingestellt. Er galoppiert hier tatsächlich in alle möglichen Richtungen, als Verneigung vor den Nazis kann der Text aber nicht gelten. Das Repertoire der Rede reicht vom (falschen) Marx-Zitat bis zur Fichte-Referenz, von der Überwindung des Kapitalismus, der Treue zur ´revolutionären Idee´ u. der Überwindung der Klassengegensätze, bis hin zur ´Verwirklichung der nationalen Idee´, der Opferbereitschaft u. Disziplin der Gewerkschaft und dann wieder ihrem festen Stehen auf dem Boden der Demokratie(, wobei ihr die Fesseln der gegenwärtigen Ordnung zu eng seien...). Leipart betont in der Tat immer wieder die patriotische Gesinnung, welche die Arbeiterschaft unbedingt habe/haben müsse und den wichtigen Anteil den sie an der Nationalkultur habe(n) (werde), um sich gegen entsprechende Kritik seitens reaktionärer Kräfte zu verteidigen, springt dann aber wieder zum Internationalismus u. der Weltoffenheit der Arbeiterbewegung, spricht sich z. B. gegen ´nationalistische Verengung´ (des Kulturlebens) und ´rassische Beschränkungen´ aus. - Diese Art des Lavierens kann vielleicht als archetypisch für Teile der Arbeiterbewegung am Ende der Weimarer Republik oder der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts insgesamt gelten, doch sehen Sie selbst... Ehem. Bibliotheksexemplar: Signaturschild auf dem Vorderdeckel, Stempel (darunter: ´Der Inspektor des Sicherheits u. des SD´) auf dem Vorderdeckel, dem Titelblatt u. dessen Rückseite sowie auf S. 17 unter dem Text, Rücken leicht berieben, Ecken tw. minimal bis leicht knickspurig, sonst gut erhalten.

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