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Van Ostaijen, Paul:

De Trust der Vaderlandsliefde. Met portret van de schrijver door Arnold Topp.

De Driehoek, Antwerpen., 1925.
1 Bl., 32 S., 1 Bl. Mit Frontispizportr?t des Verfassers von Arnold Topp., 8°, Orig.-Broschur.

KNE40311

Cahiers van de Driehoek, 2. - Erste Ausgabe. - Eins von 300 numm. Exemplaren. Neben der vorliegenden Normalausgabe erschienen 30 Expl. als Vorzugsausgabe h.c. auf englischem Zeichenpapier. - Paul van Ostaijen spielte eine Schlüsselrolle in der Vernetzung belgischer Künstler mit der deutschen Avantgarde, insbesondere mit der Zeitschrift ´Der Sturm´. Er verbrachte die Jahre 1918 bis 1921 in Berlin in Gesellschaft von Persönlichkeiten wie Erich Heckel, Paul Klee und Lyonel Feininger, den er in einem Brief als ´einflussreich, aber lahm´ beschrieb. Ähnlich Adolf Behne, er war für Van Ostaijen ´auch richtig lahm´. Diese Ressentiments gegenüber seinen Künstlerkollegen rührten wahrscheinlich daher, dass ´Der Sturm´ wenig Interesse an Van Ostaijens Arbeit zeigte. Es dauerte bis 1924, bis ein Gedicht von ihm abgedruckt wurde. (Vgl. Johan De Smet, Modernisme. Belgische abstracte kunst en Europa, Gent 2013, S. 171.) - In den 1920er-Jahren spaltete sich die Kuntszene in Belgien in Dadaisten einerseits und andererseits Vertreter einer ´entindividualisierten´, anonymen Kunst, wie Van Ostaijen einer war. Seine Gedichte sind vor allem aus formalen Gründen für die niederländische Lyrik und deren Entwicklung von Bedeutung. Besonders in den längeren Gedichten wird die strophische Form gelockert: Kurz- und Langzeilen wechseln sich ab, es gibt kein festes Metrum mehr, das Gedicht wird nach musikalischen Strukturprinzipien aufgebaut. (Hierzu u. zum Folgenden: vgl. Ludo Simons, Geschiedenis van de uitgeverij in Vlanderen II, Tielt 1987, S. 143.) - Bei ´De Trust der Vaderlandsliefde´ handelt es sich um eine Groteske, in der Van Ostaijen anklagt, wie die Internationalisten den belgischen Staat seiner Meinung nach schwächen. Auch dem Schiedsgericht in Den Haag spricht er starkes Misstrauen aus. - Der Verlag De Driehoek wurde 1924 von dem Maler Jozef Peeters gegründet. Nach Einstellung der Zeitschrift ´Het Overzicht´ übernahm die Zeitschrift ´De Driehoek´ die Position der führenden belgischen Avantgarde-Publikation. In der Reihe ´Cahiers van de Driehoek´ erschien 1926 eine weitere Groteske Van Ostaijens, ´Het Bordell van Ika Loch´. - Arnold Topp zählte zu den Gründungsmitgliedern des 1919 entstandenen ´Arbeitsrates für Kunst´. Im selben Jahr erschien im Kurt-Wolff-Verlag die Monografie ´Wiederkehr der Kunst´ von Adolf Behne mit einer Deckelillustration von Topp. Auch für die Zeitschrift ´Das Hohe Ufer´ fertigte Topp Illustrationen an. 1926 stellte er mit Kurt Schwitters und Lajos d´Ebneth in der ´Sturm´-Galerie aus. Topp wurde von den Nazis als ´entarteter´ Künstler diffamiert und galt nach einem Kriegseinsatz als verschollen, er verstarb vermutlich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. (Vgl. Rainer Enders, Arnold Topp. Ein Lebensbild, Weimar 2007.) - Unbeschnittenes Exemplar. - Blätter gebräunt, Broschur minimal fleckig, sonst sehr gut erhalten. - KNLL, S. 797f.

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